Andrea Kainradl-Schmidtke  Brosche/Anhänger

Silber (für ihr helles Wesen)

Granat (für ihr großes Herz)

Holz (für den Wald)

Horn (für die Butter und die Hühner)

Achat (für die Natur)


Elisabeth Agnes Becker, genannt "Butterbettchen. Geboren am 31. März 1858Gestorben am 04. Juni 1932

Sie war als Kleinkind so schmächtig, dass sie mit 6 Jahren kaum über den Tisch sehen und erst zu dieser Zeit laufen konnte, aber Elisabeth war ein sehr kluges Kind und lernte mühelos. Jedoch blieb sie zierlich und wog Zeit ihres Lebens nicht mehr als 47 kg.  Man nannte sie daher "Beckerchen", aus dem im Laufe der Zeit "Bettchen" wurde. 

Sie arbeitete als Weißnäherin und unterstützte ihren Vater bei seinem Handel mit Lebensmitteln. Diese wurden bei Bauern ein- und an 3 Tagen der Woche in den reichen Bürgerhäusern der Stadt Arnsberg verkauft. 

Die Waren trug sie in zwei Körben, die je um die 5 kg wogen. Darin waren hauptsächlich Eier, Butter, Wurst und ein gerupftes Huhn. Oft lag im Korb auch ein Rezept, dass sie für die Dorfbewohner zur Apotheke brachte. 

Über 50 Jahre ging sie den Weg nach Arnsberg, die einzelne Strecke war 11 km lang, dauerte 3 Stunden, hatte eine Steigung von 305 m und führte hauptsächlich durch Wald und unbebautes Gebiet. Zu ihrem Schutz trug sie in ihrer Tasche immer eine Tüte Pfeffer.

Kurz vor Arnsberg frühstückte sie und wechselte sie ihre Schuhe, sodass sie immer gepflegt und ordentlich ihre Waren anbieten konnte. Stets trug sie Kleid und Schürze sowie ein weißes Kopftuch. 

Sie versorgte nicht nur ihren Vater und ihre drei Geschwister, sondern auch anderen Familien in Not half sie mit Essen und Waren, denn sie war ein zutiefst gläubiger Mensch und hatte ein großes Herz, in dem auch die Natur und ihr Blumengarten Platz hatten. 

Seit ihrem 17. Lebensjahr bis zum ihrem Tod schrieb sie Tagebuch, vor allem vermerkte sie ihre Einnahmen, die Anzahl der Wege nach Arnsberg, aber auch ihre Anschaffungen für Gebrauchsgegenstände oder Kleidung, sodaß ein Bild der damaligen Zeit möglich ist. Mit 70 und 71 Jahren ging sie noch zum Schützenfest und zum Tanz. 1932 folgt der letzte Eintrag über das schöne Wetter im Frühling. 

Nach ihrem Tod wurde ihr zu Ehren eine Strasse, eine Brücke und ein Wanderweg benannt. Eine Statue ziert den Marktplatz in Arnsberg. 

Text und Fotos: Andrea Kainradl-Schmidtke